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Aktuelles vom Wochenmarkt

Ab 01.01.2017 nur noch am Dienstag und Donnerstag.

 

NEUE Anordnung / Zeichnung des Marktes u. Parkplatz auf dem Puschkinplatz

siehe Link:  Markt- u. Parkplatz Puschkinplatz

 

Verkehrsregelung Markt 1

 

Verkehrsregelung Markt 2

 

 

Quelle: Auszug der Märkischen Oderzeitung

Doris Steinkraus 06.09.2016 16:42 Uhr
Red. Seelow,

Vorn kaufen, hinten parken

Seelow (MOZ) Der Wochenmarkt in Seelow präsentiert sich seit Dienstag verändert. Die parkenden Autos wurden von der Straßenfront in den hinteren Bereich verbannt. Die Umstrukturierung sorgte am ersten Tag vor allem bei vielen Kraftfahrern für Unsicherheit.

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Jetzt direkt an der Straße: Bauhofleiterin Astrid Gellenthin (r.) mit Händlerin Karin Dommitsch aus Wriezen im Gespräch.

© Doris Steinkraus

Wilfried Schwarz steht zum ersten Mal mit seinem Taxi am neuen Standort auf dem Markt, direkt vor der Apotheke. Da hätten die Taxen schon zu DDR-Zeiten gestanden, wirft ein Mann, mit dem er sich am Stand der Dolgeliner Fleischer einen Kaffee schmecken lässt, ein. "Der Platz ist deutlich besser", sagt Schwarz. Vor dem sogenannten blauen Haus, in dem die Volkssolidarität ihre Begegnungsstätte hat, sei es einfach zu eng gewesen. Immer wieder hatte es gerumst, weil Kraftfahrer beim Ausparken nicht aufpassten. "Jetzt ist es viel entspannter, fehlen nur noch genügend Fahrgäste", meint Wilfried Schwarz schmunzelnd.

Die Taxen haben verkehrsrechtlich einen Sonderstatus auf dem nun neu strukturierten Wochenmarkt. Sie fahren entweder durch die Marktgasse oder die Kleine Kirchstraße auf den Platz und dürfen als einzige über die schmale Straße zwischen Apotheke und "Nußschale" wieder auf die Breitestraße fahren. Für alle anderen Fahrzeuge gilt Durchfahrtsverbot.

Eine Neuerung, die an diesem Dienstag von jedem zweiten Kraftfahrer ignoriert wird. Astrid Gellenthin, Leiterin des Bauhofes, ist nur eine halbe Stunde auf dem Markt, um mit den Händlern zu reden und die Situation zu beobachten. Unentwegt fahren Pkw von der Breitenstraße aus Richtung Markt - so, wie sie es seit Jahren gewohnt sind. Der Bauhof hatte am Morgen erstmals das rote Durchfahrtverbotsschild angebracht. Es ist ein mobiles Schild, das jetzt an jedem Markttag - also Dienstag, Donnerstag und Freitag - morgens eingelassen und zum Marktende wieder herausgenommen wird. Fest verankert ist hingegen das Schild direkt an der Apotheke, das darauf hinweist, wann auf dem Platz an dieser Stelle Durchfahrts- und Parkverbot besteht. Manch einer der Durchfahrts-Sünder, die Astrid Gellenthin und auch die Politesse der Stadt, Nicky Bittelmann, freundlich auf ihren Fehler hinweisen, moniert, dass man nicht wisse, wie man von hinten auf den Marktplatz käme. Es müsste ein Schild stehen.

"Schilder helfen da wenig", ist Astrid Gellenthin überzeugt. "Das sehen wir ja. Es ist eine Frage der Gewohnheit, die einfach abgestellt werden muss." Auch für die Händler gilt es, sich umzugewöhnen. "Wir standen vorher geschützter", sieht es Karin Dommitsch. Seit 1993 ist sie mit ihren Waren auf dem Seelower Wochenmarkt, meist immer am Dienstag. "Jetzt stehen wir direkt an der Straße und da ist es deutlich lauter. Vor allem die größeren Fahrzeuge und Traktoren machen Krach, das werden wir abends merken." Sie hofft, dass durch die Umstrukturierung wenigstens mehr Vorbeifahrende stoppen und der Umsatz steigt. Gemüseverkäufer Cornelius Ludwig glaubt nicht daran. "Die eigentlichen Fehler sind schon vor 20 Jahren gemacht worden", sagt er. "Mit den großen Einkaufstempeln wurde der Handel aus dem Zentrum vertrieben. Hier gibt es zu wenig Einkaufsmöglichkeiten. Viele stoppen gar nicht mehr, fahren gleich in die Supermärkte."

Die Bauhofleiterin hofft dennoch, dass der Markt wieder attraktiver werden kann. Man suche Händler und sei für jeden offen. Es fehle einfach die Nachfrage. Die Händler würden stärker frequentierten Märkten den Vorrang geben. 15 Händler stehen im Laufe der drei Markttage in Seelow. Saisonal kommen immer mal einige hinzu. Ohne die Mitarbeiter der Kreisverwaltung, die in den Pausen über den Markt streifen, die Imbiss- und Warenangebote nutzen, würde es den Markt wohl nicht mehr geben, ist sie überzeugt.

Als erste Anregung nimmt Astrid Gellenthin den Hinweis mit, am neuen Standort der Taxen eine Bank aufzustellen. Die Beton-Blumenkübel in Höhe des Eis-Cafés würden übrigens wieder als optische Barriere vorgerückt, versichert sie. Man sei für weitere Tipps dankbar. Wichtig sei jetzt erst einmal, dass sich die Kraftfahrer auf die veränderte Situation einstellen und den Markt von hinten anfahren.